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Der
Sommelierberuf
- Eine faszinierende Welt
Das
Berufsbild des Sommeliers ist in Bewegung gekommen. Lange Zeit war der
Sommelier derjenige, der in erster Linie den Wein kennen und ihn perfekt
servieren musste. Heute dagegen werden von ihm weitaus umfangreichere und
genauere Kenntnisse und Fähigkeiten verlangt. Natürlich ist das
Servieren des Weines nach wie vor der faszinierendste Aspekt dieses
Berufs, der dem Sommelier die Möglichkeit gibt, seiner fachlichen
Kompetenz und seinen menschlichen Qualitäten Lauf zu lassen
Heutzutage
zählen aber auch eine gute Verwaltung des Weinkellers und der Einkauf,
eine Beteiligung an der wirtschaftlichen Verwaltung und am Marketing des
Betriebs, für den er tätig ist, und die Fähigkeit, die Weinkarte zu
erstellen und zu aktualisieren, zu den Eigenschaften, die bei der Arbeit
des Sommeliers immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Kenntnisse des
Sommeliers müssen eine wissenschaftliche Grundlage haben, Erfahrung ist
zwar nach wie vor wertvoll, reicht aber heute als Basis für Fachwissen
nicht mehr aus. Dazu kommt, dass der Sommelier sich ständig über die
neuesten Entwicklungen und Ereignisse auf dem Laufenden halten muss, die
in seinen Fachbereich fallen.
Der
Sommelier ist also nicht mehr nur der Profi, der in der Lage ist, den Wein
zu empfehlen, der am besten zum jeweiligen Gericht passt, und diesen dann
mit Sorgfalt und Geschick zu servieren. Er muss gekonnt dafür sorgen,
dass sich der Gast wohl fühlt. Dazu muss er sich freundlich an ihn
wenden, ohne aufdringlich, arrogant oder unterwürfig zu erscheinen.
Ausserdem muss er in der Lage sein, mit einem Blick zu erfassen, was sein
Gegenüber wünscht, um entsprechend geschickt auf den Gast eingehen zu können.
Aus dem oben Gesagten lässt sich bereits erkennen, dass es sich um einen
fachlich, menschlich und psychologisch ausgesprochen vielseitigen Beruf
handelt, für dein eine gründliche Ausbildung und ein grosses Einfühlungsvermögen
nötig sind.
Der
Sommelier weiss jede Farbtönung, jeden im Wein versteckten Duft zu schätzen
und weiterzugeben. Er ist in der Lage, die beste Harmonie von Speisen und
Wein zu empfehlen und Menschen dazu zu bringen, dieses Getränk zu schätzen,
das so oft die wichtigsten Augenblicke des Lebens begleitet. Die Arbeit
des Sommeliers steht in engem Zusammenhang mit dem Bestreben, die
Lebensqualität zu verbessern, zu der gutes Essen und passende und gekonnt
servierte Weine in einem besonderen Ambiente einen wichtigen Beitrag
leisten. Oberstes Gebot ist es dabei, den Wünschen des Gastes in jeder
Hinsicht entgegenzukommen und ihn dabei gleichzeitig an eine
Weingastronomie heranzuführen, die sich ganz bestimmt nicht aus dem
Stegreife improvisieren lässt, sondern die Einsatz und Hingabe fordert.
Wie
zufrieden die Gäste mit dem Service sind, der ihnen vom Sommelier geboten
wird, hängt einzig und allein von dessen fachlicher Vorbereitung und
seinen menschlichen Qualitäten ab. Seine beruflichen Leistungen hängen
davon ab, wie der Sommelier seine Kenntnisse umzusetzen weiss. Sie tragen
zur Verbesserung des Firmenimages bei und finden bei den Gästen
Anerkennung.
Gemessen
wird der Sommelier auch an seinen betriebswirtschaftlichen Erfolgen und
daran, wie hoch er persönlich geschätzt wird. Unabhängig davon, ob der
Sommelier als Angestellter tätig oder selbst Unternehmer ist, darf er
sich auf keinen Fall allein auf seine Erfahrung und seine Intuition
verlassen. Er muss auf jeden Fall über ein solides Fachwissen und
grundlegende menschliche Qualitäten verfügen. Der Sommelier rückt immer
mehr vom Bild des Autodidakten ab, der seine Arbeit Tag für Tag nur
deshalb verbessert, weil er seinen Erfahrungsschatz ständig bereichert.
Heute ist der Sommelier ein Profi, der sein theoretisches Fachwissen
ausgezeichnet beherrscht, das die Basis für sein fachspezifisches Können
bildet. Dieses versetzt ihn wiederum in die Lage, bestimmte Aufgaben
anzugehen und Lösungen für besondere Probleme zu finden.
Der
Sommelier muss in der Lage sein, seine fachliche Autorität durchzusetzen
und dabei eine Sicherheit an den Tag legen, die auf seinen Kenntnissen und
seiner Erfahrung aufbaut und ihm erlaubt, dem Gast immer die beste Wahl
nach zu legen. Die Beziehungen, die der Sommelier zu den Gästen und
zu seinen Kollegen unterhält, müssen stets von der Berufsethik geprägt
sein, die er in vollem Umfang zu respektieren hat. Die Regeln der
Berufsethik, die dem Sommelier ein höchstes Mass an Diskretion
auferlegen, schützen den Gast und die Kollegen. Zu den beruflichen
Pflichten eines Sommeliers zählt auch die kontinuierliche Weiterbildung,
denn das Wissen, über das er verfügt, muss so vollständig wie möglich
sein und darf nicht nur auf den eigenen Erfahrungen basieren. Es muss
stets durch neueste Erkenntnisse und Entwicklungen bereichert werden, die
Tag für Tag den Agrar- und Nahrungsmittelbereich sowie das Restaurant-
und Hotelwesen auf der ganzen Welt verändern.
Das
Bestreben zur kontinuierlichen Verbesserung der eigenen Leistungen darf
dabei aber nicht in Streberei oder die kopflose Suche nach immer neuen
Zielen ausarten, die sich nur zum Nachteil eines seriösen und ehrlichen
Verhaltens auswirken können. An erster Stelle kommt für den Sommelier
immer die Beachtung seines Pflichtkodex. Dazu gehört auch ein korrektes
Verhalten gegenüber den Kollegen, was das Anwerben von Gästen und eine
korrekte Konkurrenz betrifft.
Was
ein Sommelier unbedingt wissen und können muss
Die
Präsenz eines Sommeliers verleiht dem Restaurantbetrieb grosses Prestige.
Seiner Anstellung stehen aber häufig organisatorische und
verwaltungstechnische Probleme im Wege, auch wenn dieses Berufsbild in
vielen Ländern in letzter Zeit immer grössere Verbreitung findet. Leider
ist es nach wie vor schwierig, geeigneten Nachwusch zu finden, da die
meisten jungen Leute heutzutage eine Arbeit vorziehen, die ihnen weniger
Anstrengungen und Opfer abverlangt.
Das
Problem, geeignete Nachwuchssommeliers zu finden, hängt vermutlich damit
zusammen, dass es nur wenige und oft falsche Informationen zum Thema gibt.
Des Weiteren gibt es nach wie vor Unternehmer in der Branche, die die
Ausbildung der jungen Leute in diesem Bereich vernachlässigen und die
sich nicht mit wahrem Engagement für das Erreichen von mittel- und
langfristigen Zielen einsetzen. Sie denken nur an das schnell Geld, was
sich dann häufig als trügerisch und vergänglich erweist.
Sommelier
wird, wer an fachspezifischen Kursen teilnimmt, die in verschiedenen Ländern
von staatlichen Einrichtungen abgehalten werden, und wer sich ständig
weiterbildet und informiert. Der so wertvolle Erfahrungsschatz lässt sich
nur durch Praktika in verschiedenen Betrieben und in verschiedenen Ländern
bereichern. Nur so kann man sich einen Eindruck von den verschiedenen
Arbeitsumfeldern verschaffen, die die Branche zu bieten hat.
Nur
so kann man neue Arbeitstechniken kennen lernen und die eigenen önologischen
und gastronomischen Kenntnisse der klassischen, regionalen und
internationalen Küche vertiefen. Wichtig ist, dass man immer offen für
die neuesten Trends auf dem Markt ist, ohne dabei die guten alten
Traditionen zu vernachlässigen. Dann ist man auch der faszinierenden und
dabei gleichzeitig so schwierigen Aufgabe gewachsen, wie zum Beispiel der
Wahl des passenden Weines zu einem Gericht.
Neben
gründlichen Kenntnissen in den Bereichen Wein und Lebensmittel muss der
moderne Sommelier auch Kommunikations- und Verkaufstechniken beherrschen
sowie Werbung und Marketing, die Getränkeverwaltung und natürlich nicht
nur seine eigene Muttersprache, sondern auch mehrere Fremdsprachen. Es ist
richtig, dass der Sommelier einen Vorteil davon hat, wenn er in einem
angesehenen Betrieb tätig sein kann. Auf der anderen Seite verbessert
aber auch der Betrieb häufig sein Image, wenn der dort beschäftigte
Sommelier besonders gut ausgebildet, vorbereitet und engagiert ist.
Der
Sommelier ist heute aufgrund seiner Qualifikationen in der Lage, einen
Betrieb zu führen und Entscheidungen im Hinblick auf die Einführung
neuer Trends zu fällen. Dabei darf er jedoch niemals vergessen, er selbst
zu sein, kompetent aber bescheiden, niemals anmassend und immer für den
Gast da.
Das
Verhalten
Ein
Sommelier, der dieser Berufsbezeichnung gerecht werden will, muss Klasse
und Stil besitzen, um in der Lage zu sein,
auf jeden Gast, der das Restaurant betritt, zuvorkommend, liebenswürdig
und einfühlsam einzugehen. Die Bildung nimmt bei der Ausbildung zum
Sommelier einen hohen Stellenwert ein. Der Sommelier muss deshalb nicht
nur eine gute Allgemeinbildung besitzen, sondern auch Berufsfachschulen
besucht und seine Kenntnisse in einigen Bereichen, die das Restaurantwesen
betreffen, vertieft haben. All das muss mit überzeugender Dynamik und
einer offenen Mentalität einhergehen. Diese ermöglicht es dem Sommelier,
mit allen zu kommunizieren und offen für die Innovationen in seinem
eigenen Beruf zu sein. Dabei darf er aber nicht vergessen, dass eine Gabe
wie die Bescheidenheit, die leider zu oft vernachlässigt wird, die
Grundlage für eine immer korrekte Beziehung zum Gast bildet. Auch Takt, Höflichkeit
und gute Laune müssen zu den menschlichen Qualitäten eines Sommeliers zählen,
ebenso wie Pünktlichkeit und Genauigkeit, die ihm nicht nur die Wertschätzung
der Gäste, sondern auch seiner Kollegen und Vorgesetzten eintragen.
Die
beruflichen Anforderungen
Ein
Sommelier muss in der Lage sein, die Techniken und Regeln für das
Servieren von Speisen und Getränken anwenden zu können. Daneben spielen
auch die menschliche Komponente und das Verhalten eine grosse Rolle.
Letzteres leitet sich zwar von den Anstandsregeln ab, hat aber in erster
Linie die Aufgabe, die Bewegungen und das Verhalten immer natürlich und
niemals gezwungen oder steif erscheinen zu lassen. Ferner muss der
Sommelier ausgezeichnete Kenntnisse über den Wein und alle Getränke
besitzen. Seine Ausbildung muss Weinbau, Önologie, Önographie und
Gesetzgebung umfassen, ohne dass er sich dabei auf die Produkte der
eigenen Region beschränkt. Im Gegenteil, er muss stets bestrebt sein,
sein Wissen auf nationaler und internationaler Ebene weiter auszubauen.
Selbstverständlich
muss der Sommelier auch die Verkostungstechnik beherrschen. So kann er
jedem Getränk seine intimsten Geheimnisse entlocken, um das Getränk
beurteilen und den gast optimal beraten zu können. Damit seine Vorschläge
immer die besten sind, muss der Sommelier die Grundsätze für die
Zusammenstellung von Speisen und Wein kennen und anwenden können. Das
setzt nicht nur eine gute Kenntnis der Weine voraus, sondern er muss auch
über die Zusammensetzung der verschiedenen kulinarischen Gerichte
Bescheid wissen. Dieser Aspekt ist einer der wichtigsten seines Berufs. Er
rückt seine Fähigkeit als Verkoster in den Vordergrund sowie sein
Geschick darin, stets ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis der
verschiedenen Produkte zu erzielen. Dieser Faktor gewinnt dann
entscheidend an Bedeutung, wenn man ihn im licht der neuen
Aufgabenbereiche des Sommeliers betrachtet, die mit der Verwaltung des
Einkaufs und des Weinkellers zu tun haben.
Dabei
darf der Sommelier zwar die Qualität der ausgewählten Produkte nicht aus
den Augen verlieren, aber auch die Wirtschaftlichkeit kann nicht vernachlässigt
werden. Die Kenntnisse des Sommeliers im Hinblick auf die Verwaltung des
Getränkebereichs müssen fundiert und sicher sein, da er sich mit der
Aufstellung des Budgets und des Finanzplans für den Einkauf und die
Beschaffung der Weine sowie mit der Erstellung der Weinkarte befassen
muss.
Wie
bereits mehrfach angesprochen wurde, muss der Sommelier des Weiteren in
der Lage sein, die Aufmerksamkeit des Gastes für sich zu gewinnen und ein
Vertrauensverhältnis zu ihm aufzubauen. Nur dann wird der Gast auf seine
Empfehlungen eingehen und so am Ende mit dem gebotenen Service in vollem
Umfang zufrieden sein. Es ist deshalb ebenfalls sehr wichtig, dass der
Sommelier die verschiedenen Kommunikationstechniken beherrscht und vor
allem perfekt anzuwenden weiss, die dazu dienen, sein berufliches und persönliches
Image zu verbessern, Diese kommunikativen Fähigkeiten können sich nicht
nur in der Beziehung zum Gast als sehr hilfreich erweisen.
Sie
sind auch wichtig im Rahmen der Public Relations, zum Beispiel im Umgang
mit Weinerzeugern oder Produzenten anderer Getränke. Auch bei Anlässen,
zu denen Sommeliers geladen werden, ist es von Vorteil, ein kommunikativer
Mensch zu sein. Alle diese Voraussetzungen müssen mit einer aufgeweckten
Intelligenz, einer grossen Beobachtungsgabe und Intuitionsvermögen
einhergehen, um den Wünschen der Gäste zuvorzukommen. Des Weiteren muss
der Sommelier ein gutes Gedächtnis haben, um Gäste wiederzuerkennen und
bei einem erneuten Besuch des Restaurants freundlich und mit einem Hauch
„Vertrautheit“ zu empfangen.
Um
mit einem internationalen Publikum kommunizieren zu können, sind gute
Kenntnisse in den wichtigsten Fremdsprachen unabdingbar, insbesondere in
Französisch, der „Sprache des Weins“ und in Englisch, das praktisch
überall auf der Welt gesprochen wird. Um mit der Zeit Schritt zu halten
und als professionell zu gelten, darf der Sommelier niemals dem Eindruck
nachgeben, dass er es „geschafft“ hat, sondern er muss sich stets
darum bemühen, Neues zu lernen. Er sollte sich für Weiterbildungskurse
oder Verkostungsseminare interessieren, auf denen er neue oder altbekannte
Produkte aus allen Teilen der Welt kennen lernen kann.
Ein
Sommelier muss deshalb über einen gesunden Ehrgeiz verfügen. Dieser darf
auf keinen Fall mit dem Bestreben verwechselt werden, immer und überall
und um jeden Preis der Erste zu sein, vor allem wenn das bedeutet, dass er
sich gegenüber seinen Kollegen nicht korrekt verhält, um immer höher
gesteckte Ziele zu erreichen und immer grössere Schwierigkeiten zu
meistern. Ein Sommelier, der Karriere machen möchte, muss zudem über
gute Führungsqualitäten verfügen, d.h. er muss autoritär und dabei
gleichzeitig in der Lage sein, das Vertrauen seiner Kollegen zu gewinnen
(z.B. dadurch, dass er bereitwillig sein Wissen weitergibt).
Er
muss über Ausstrahlungskraft und Durchsetzungsvermögen verfügen, ohne
dass sein Verhalten dabei in Arroganz ausartet. Zudem muss er in der Lage
sein, seinen Zuständigkeitsbereich innerhalb des Betriebs so zu führen,
dass jeder genau über seine Aufgaben Bescheid weiss und die Arbeit daher
mit höchster Effizienz, Wirksamkeit.
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